Letzten Samstag war es soweit, das letzte WordCamp für dieses Jahr stand vor der Tür! Diesmal war alles etwas anders und doch so wie immer, denn: als reines Barcamp unterschied es sich von den „normalen“ WordCamps. Die tollen Leute sowie die gute Stimmung blieb genauso wie bei den bisherigen WordCamps. 🙂 Nach der Begrüßung und der Vorstellungsrunde ging es dann los mit der Session-Planung. Tatsächlich konnten alle 28 Session-Slots direkt gefüllt werden. Die Beitrags-Palette war gut gemischt und ich musste mich (wie eigentlich auf jedem WordCamp) teilweise zwischen drei zeitgleich stattfindenden Sessions entscheiden.

Session „Hilfe, die haben mein WordPress gegendert“

Frank (@staude) und Simon (@krafit) haben in einer kleinen Runde das Stringintelligenz Plugin von Caspar (@glueckpress) diskutiert, welches vor dem WordCamp für ordentlich Gesprächsstoff, insbesondere rund um den Teil mit dem „Gendern“ sorgte. Im Gegensatz zu der teilweise wilden Diskussion im Netz ging es in der Session sehr sachlich und mit allen auf einer Augenhöhe zu. Frank und Simon erläuterten, welche Arbeit hinter der deutschen Übersetzung von WordPress steckt. Ebenso, was genau das Stringintelligenz Plugin macht: es greift fast ausschließlich im Backend (!) und ändert dort bisherige, eventuell etwas holprige Übersetzungen in eine leichter verständlichere Sprache. Ebenso wurde versucht, die Sprache gender-neutral zu machen – gerade dieser Teil lies so einiges an unschönen Kommentaren in den letzten Wochen hochkochen. Mit der derzeitigen Sternchen-Lösung (Beispiel: Autor*in) sind auch die am Plugin arbeitenden Personen nicht wirklich zufrieden. Auch Screen-Reader tun sich schwer, solche Begriffe richtig wiederzugeben. Hier gilt es, nach einer besseren Alternative zu suchen. In der Session kam der Vorschlag auf, von den bisherigen Benutzer-Bezeichnungen wie „Autor“, „Redakteur“, usw. zu was-kann-diese-Rolle-eigentlich, also „Schreibrechte“, „Editierrechte“ usw. zu wechseln. Ich bin echt gespannt, wie es mit dem Plugin weitergeht.

Session „Pluginentwicklung, Austausch, Developertips“

Tobias (@e_colori) berichtete in der Session über seinen Workflow für die Erstellung und Veröffentlichung eines Plugins im WordPress Plugin Repository. Auch hier gab es nach dem Vortrag einen regen Austausch über die Erfahrungen mit IDEs, Editoren und den Plugin Support Foren. Ich weiß gar nicht mehr in welchem Zusammenhang die Seite wp-includes.org genannt wurde, aber das ist etwas, was ich mir auf jeden Fall noch genauer anschauen möchte.

Session „Wieso ich eine echte IDE für die WordPress-Entwicklung verwende“

Bernhard (@2ndkauboy) zeigte in der Session, wie die WordPress-Entwicklung in der IDE PHPStorm funktioniert. Ich nutze selbst PHPStorm in meiner täglichen Arbeit, und trotzdem zeigte mir Bernhard, dass ich tatsächlich nur einen Bruchteil der Funktionalitäten kenne. PHPStorm ist verdammt umfangreich und vieles versteckt sich in den großen Menüs und den gefühlt noch größeren Einstellungen. Persönliches Fazit: „Wie, das geht auch mit PHPStorm?“ 🙈

Session „Zukunft von Multisite“

Felix (@felixarntz) hat hier eine offene Diskussionsrunde zum Thema Multisite geführt. Auf die Frage, was sich für die Multisite-Funktionalität gewünscht wird, kam so einiges an Antworten zusammen. Eine gemeinsame Mediathek; das einfachere Aktivieren und Deaktivieren von Plugins auf mehreren Sites, ohne die Netzwerk-Plugin-Seite verlassen zu müssen; die Umbenennung der URLs im Upload-Ordner von den Site-IDs zu sprechenden Slugs waren nur einige der Themen. Neu für mich war das Konzept der Multi-Multi-Networks, quasi ein Verbund aus mehreren Multisites.

Session „Was ist BuddyPress?“

Sven (@svenwagener) zeigte uns in seiner Session, was das Plugin BuddyPress so alles kann. Außerdem gab er ein paar Tipps für gute Themes. Sven Lehnert (@svenl77) zeigte uns zwei Kundenprojekte, bei denen BuddyPress zum Einsatz kommt.

After Party und Contributor Day

Die After Party fand direkt im Anschluss im Startplatz statt. Es gab (wie auch schon zum Mittag) lecker Essen und den Abend konnte man gemütlich ausklingen lassen. Das Bier-Tasting war zwar nichts für mich, aber es gab genügend alkoholfreie Getränke und gute Gespräche. 🙂

Am Sonntag ging es um 10 Uhr direkt mit dem Contributor Day weiter. Dieses Mal habe ich mich der Gruppe zur Planung des „WordCamps auf der grünen Wiese“ angeschlossen. Es wurde viel spannendes diskutiert, aber ich möchte noch nichts weiter verraten!

Noch etwas #dogcontent

Mich persönlich hat es auch wieder sehr gefreut, dass die drei Bullies von Carole (@caroleolinger) und Alain (@schlessera) wieder mit dabei waren:

Jasper, Duke und Indra waren schon in Frankfurt beim WordCamp Anfang September dabei und sind echt knuffig! Und das hier erst:

Aww 😍

Ein WordCamp wieder als Barcamp?

Kurz und knapp: Ja, bitte! 👍🏽

Ausführlich: Insgesamt fand ich, dass bei den Sessions viel mehr diskutiert und mitgewirkt wurde, im Gegensatz zu Sessions bei „normalen“ WordCamps. Ich denke es liegt an der Spontanität und das viele Sessions nicht durchgeplant sind, was diese mehr auflockert. Das Format macht wirklich Spaß und es wäre toll, wenn es in Zukunft weitere WordCamps in diesem Stil geben wird. Da reicht auch ein Barcamp-Tag und ein Contributor Day, so wie es jetzt am Wochenende in Köln der Fall war. Natürlich werde ich auch weiterhin WordCamps mit festem Sessionplan besuchen. 🙂

Wie siehst du das? Hat ein WordCamp im Barcamp Stil Chancen, sich neben den „normalen“ WordCamps im Konferenz-Stil zu etablieren?

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Beteilige Dich an der Diskussion! 4 Kommentare

  1. Hey Jessica,

    der Hinweis zu wp-includes.org kam von mir, ich weiß aber gerade auch nicht mehr, in welchem Zusammenhang genau. 😀
    Und Mike, der Schöpfer der Seite, wird ja bald unser Kollege sein. 🙂

    Dass PhpStorm sehr umfangreich ist und man immer wieder Sachen findet, die man (auch|besser) machen kann, ist gar nicht schlimm. Die Software wird ja auch immer weiterentwickelt. Und nicht alles muss man mit einer IDE erledigen.
    Ich habe aber schon mehrfach über einen regelmäßigen Austausch (gerne gespickt mit wirklich vorbereiteten Kurzvorstellungen) zu bestimmten PhpStorm-Features nachgedacht. Vielleicht wäre das etwas für unser Dev Meeting, alle zwei bis vier Wochen…? Wärst du dabei?

    Zur WordCamp-als-BarCamp-Frage habe ich in meinem Recap auch etwas geschrieben. Mir persönlich hat das BarCamp gut gefallen, aber ich möchte auf jeden Fall gerne weiter (auch) geplante und vorbereitete Sessions (jeglichen Formats) erleben. Bei einem mehrtägigen WordCamp wäre ein Tag als BarCamp super. Bei einem eintägigen WordCamp vielleicht ein oder zwei BarCamp-Tracks…

    Viele Grüße,
    Thorsten

    Antworten
    • Hi Thorsten,
      ich bin dafür, dass wir so eine Art regelmäßigen \“wie arbeitest du eigentlich\“ Austausch machen. Ich habe ja auch nur ein Jahr gebraucht bis ich rausgefunden habe, wie man Sass Dateien automatisch kompilieren lassen kann. Ich glaube es wäre gar nicht so schlecht, solche Lernprozesse zu beschleunigen. 🙂

      Viele Grüße,
      Jessica

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  2. […] Jessica: Das WordCamp Köln 2016 – Barcamp Edition […]

    Antworten

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